- Lesung des Buches "Gotteserfahrung" von Friedrich Weinreb -
Der jüdische Religionsphilosoph und Schriftsteller Friedrich Weinreb (1910–1988) beschreibt die Gotteserfahrung als ein tiefes, inneres Er-Innern. Seiner Lehre zufolge sind alle göttlichen Welten in jedem Menschen lebendig. Wahre Begegnungen mit Gott finden im eigenen Inneren statt und strahlen von dort nach außen.
Das gleichnamige Buch "Gotteserfahrung" basiert auf Vorträgen, die Weinreb 1979 auf Einladung von Karlfried Graf Dürckheim in Todtmoos-Rütte hielt und wird hier im Folgenden von mir als Lesung wiedergegeben.
Die zentralen Aspekte dieses Buchinhaltes und seiner Philosophie sind:
Innenwelt statt Außenwelt: Die Suche im Äußeren schafft Distanz zu sich selbst. Gotteserfahrung entsteht, wenn man nach innen geht und dort den Ursprung des Lebens als fortwährendes Ereignis im Jetzt entdeckt.
Die Sprache der Mythen: Mythen und Symbole (wie die der Bibel) sind keine historischen Berichte, sondern die verborgene Sprache unseres Inwendigen. Hier wird in Ansätzen dem Hörer der größte Irrtum zum Verständnis der Bibel und Mythen offenbart und wie sie aus der ursprünglichen Symbolsprache richtig zu deuten sind.
Verborgenes Bewusstsein: Das Leben wird spielend leicht, wenn der Mensch neben seinem alltäglichen Bewusstsein den Kontakt zum Unbewussten – dem Ort der göttlichen Nähe – pflegt.